Bären (Ursidae)
Der Braunbär ist die bekannteste Art aus der Familie der Bären. Mit seiner stämmigen Statur, dem schönen braunen Fell und seinen kleinen Äuglein wirkt er auf den ersten Blick wie ein Bär zum Kuscheln. Doch der Schein trügt – denn Braunbären sind Raubtiere und können ganz schön gefährlich werden. Sein heutiges Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordamerika über Europa (Spanien, Russland, Türkei, Skandinavien), wo er als Einzelgänger agiert und eher nachtaktiv unterwegs ist. Braunbären halten keinen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe, die im Oktober-Dezember beginnt und bis in den Mai dauern kann.
Und wer glaubt, dass Bären langsame Tiere sind, der hat sich aber gewaltig getäuscht: wenn sie wollen, können sie eine Geschwindigkeit von unglaublichen 50 km/h erreichen!
Kleiner Steckbrief:
- Lebensraum: ausgedehnte Laub- und Nadelwälder
- Lebensdauer: bis zu 30 Jahre
- Nahrung: Allesfresser, Früchte und andere Pflanzenteile
- Gewicht: zwischen 25 und 800 kg
- Schulterhöhe: bis 150 cm
Damwild
Der Damhirsch (Dama dama) ist dem Rothirsch ähnlich, an das Gewicht des Rothirschs kommt er allerdings nicht heran. Sein Verbreitungsgebiet liegt in Mittel- und Südeuropa, heute ist er in freier Wildbahn noch in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark zu finden. Die männlichen Tiere erkennt man an ihrem großen Schaufelgeweih und dem gefleckten Sommerfell. Im Winter färbt sich das Fell graubraun. Wie auch beim Rothirsch kann man an den Verzweigungen des Geweihs erkennen, ob es sich um einen jungen oder einen etwas älteren Hirsch handelt. Damhirsche sind Herdentiere. Eine Herde in freier Wildbahn kann je nach Landschaft bis zu 80 Tiere umfassen!
Kleiner Steckbrief:
- Lebensraum: lichte Wälder mit ausgedehnten Wiesen
- Lebensdauer: 25 Jahre
- Nahrung: Gras und Laub
- Gewicht: bis 70 kg (Männchen), bis 38 kg (Weibchen)
- Schulterhöhe: 80 - 105 cm
Esel (Equus asinus asinus)
Der Esel gehört zur Familie der Pferde. Sein Fell ist meistens grau gefärbt, manchmal aber auch braun oder rötlich. Am Rücken führt ein dunkler Strich entlang und manchmal sind Streifen auf den Beinen zu sehen. Der Bereich um die Augen und das Maul ist heller und natürlich sind die langen Ohren ein typisches Merkmal des Esels. Die Heimat des Wildesels ist karges, raues Land. Sie stammen ursprünglich aus bergigen Steinwüsten Nordafrikas. Man unterscheidet drei verschiedene Esel-Arten: den Zwerg-Esel, den Normal-Esel und den Riesen-Esel. Wie sich schon erahnen lässt, unterscheiden sie sich in der Größe.
Aber sind Esel wirklich so stur, wie man ihnen nachsagt? Vielleicht könnt Ihr es im Park selbst herausfinden...
Kleiner Steckbrief:
- Lebensraum: karges Land
- Lebensdauer: bis zu 50 Jahre
- Nahrung: hartes Gras, Heu
- Gewicht: wischen 80 und 450 kg
- Schulterhöhe: Zwerg-Esel: 80 - 105 cm, Normal-Esel: 135 cm, Riesen-Esel: größer
als 135 cm
Luchs (Lynx lynx)
Der Luchs ist die größte Katze Europas. Mit seinen dreieckigen Pinselohren ist er eindeutig zu erkennen. Neben seinem sehr guten Gehör verfügt er über ein weiteres Merkmal: exzellente Augen, mit denen er im Dunkeln 6-mal so gut sehen kann wie ein Mensch! Daher kommt das Sprichwort: Jemand hat Augen und Ohren wie ein Luchs!
Das Fell ist im Sommer rötlich/gelbbraun und im Winter graubraun gefärbt. Die Paarungszeit findet zwischen Februar und März statt, in der die Männchen (werden auch „Kuder“ genannt) nach den Weibchen miauen oder manchmal auch heulen. Das Miauen ist dabei ähnlich wie bei unseren Hauskatzen.
Kleiner Steckbrief:
- Verbreitungsgebiet: Nord- und Osteuropa, auf dem Balkan und in den Pyrenäen
- Lebensraum: große, dichte Waldgebiete
- Lebensdauer: ca. 10 Jahre
- Nahrung: kleine + mittelgroße Säuger und Vögel
- Gewicht: 20-22 kg
- Schulterhöhe: 50-70 cm
Muffelwild
Der europäische Mufflon (Ovis orientalis musimon) wird von den Jägern liebevoll „Muffel“ genannt. „Muffel“ bedeutet „kurze Schnauze“. Mufflons sind die wilden Vorfahren unserer Hausschafe, beide fallen also unter die Gattung „Muffelwild“, ebenso der Widder.
Typisches Merkmal der Mufflon-Männchen sind die spiralförmig nach hinten gebogenen Hörner, die bis zu 80 cm lang werden können. Bei manchen Widdern sind sie so verdreht, dass sie fast einen Kreis bilden, den man dann „Schnecke“ nennt. Wie alt ein Tier ist, kann man an den Jahresringen genau abzählen. Die Weibchen dagegen haben nur kleine oder gar keine Hörner. Die Mufflons sind eher gemütliche Tiere und leben gesellig in Rudeln. Man findet sie heute in zahlreichen Gegenden Europas, auch hier bei uns in Deutschland.
Kleiner Steckbrief:
- Lebensraum: Gebirge oder Laub- und Mischwaldgebiete in Hanglagen
- Lebensdauer: 15 Jahre
- Nahrung: Gräser
- Gewicht: 25-55 kg
- Schulterhöhe: 65-90 cm
Rotwild
Der Rothirsch (Cervus elaphus) zählt zur Familie der Hirsche und ist in Europa, Kleinasien und Nordafrika verbreitet. Das Markenzeichen der Männchen ist das prächtige Geweih. Weil der Rothirsch damit so mächtig aussieht, wird er auch „König der Wälder“ genannt. Am Geweih kann man erkennen, ob ein Hirsch alt oder jung ist: je älter er ist, desto verzweigter ist das Geweih. Mit 6 kg Gewicht ist es aber auch eine große Last. Das Fell ist im Sommer rotbraun und im Winter graubraun gefärbt.
Anfang September beginnt die Paarungszeit, die Brunft genannt wird. In dieser Zeit werden die Weibchen umworben. Dabei kann es auch mal zu einem heftigen Kampf zwischen den Männchen kommen, der Sieger darf sich dann mit dem Weibchen paaren.
Kleiner Steckbrief:
- Lebensraum: Wälder, aber auch baumfreie Landschaften
- Lebensdauer: 25 Jahre
- Nahrung: Knospen, Gräser, Beeren, Pilze
- Gewicht: bis zu 250 kg
- Schulterhöhe: von 75-150 cm
Schwarzwild
Das Wildschwein (Sus scrofa) ist heute fast weltweit verbreitet. Am wohlsten fühlt es sich in Wäldern und Sumpfgebieten, wo es mit der Schnauze den Waldboden durchwühlen kann. Wildschweine sind Allesfresser und somit nicht sehr anspruchsvoll, was die Nahrung betrifft. Sie haben ein kräftiges Gebiss und ein robustes Borstenfell. Da ein Wildschwein bis zu 200 kg schwer werden kann, haben die kleinen Beinchen eine schwere Last zu tragen! Die Weibchen, die so genannten Bachen, werden nicht ganz so schwer wie die Männchen. Wildschweine sind ausgezeichnete Schwimmer und sind die glücklichsten Schweine, wenn sie sich verstecken können.
Kleiner Steckbrief:
- Lebensraum: Nadelwald, Sumpfgebiete
- Lebensdauer: 20 Jahre
- Nahrung: Essbare Wurzeln, Würmer, Mäuse, Schnecken, Pilze....
- Gewicht: bis zu 200 kg
- Schulterhöhe: bis zu 100 cm
Steinwild (Capra ibex)
Das Steinwild gehört zur Familie der Ziegen, zu denen auch die Steinböcke zählen. Steinböcke leben vorwiegend in gebirgigen Regionen. Dementsprechend ist auch ihr Körperbau: robust, mit kräftigen Gliedmaßen und breiten Hufen – diese brauchen sie auch, wenn sie von Fels zu Fels springen. Sogar ein Steinbock-Baby kann schon eine Stunde nach seiner Geburt Mama und Papa durchs Gebirge folgen – ein echter Kletterkünstler!
Männchen und Weibchen tragen lange Hörner, die beim Männchen bis zu 143 cm lang werden können. Damit werden zur Paarungszeit manchmal Rangkämpfe ausgetragen.
Kleiner Steckbrief:
- Verbreitungsgebiet: Mitteleuropa, Mongolei, Afghanistan, Kaschmir, China
- Lebensraum: Hochgebirge und Wüsten
- Lebensdauer: 20 Jahre
- Nahrung: Gräser, Moose
- Gewicht: 25-120 kg
- Schulterhöhe: 70-130 cm
Wisent (Bison bonasus)
Der Wisent ist ein naher Verwandter des amerikanischen Bisons und außerdem das größte und schwerste Landsäugetier Europas. Das männliche Tier wird bis zu 2 m groß und bis zu 1 Tonne schwer – ein echtes Kraftpaket. Sein zotteliges, dickes Fell ist dunkelbraun und schützt ihn vor eisiger Kälte. Weibchen und Jungtiere haben ein eher rötlich-braunes Fell. Männchen und Weibchen tragen an ihren Köpfen spitze Hörner.
Früher lebten die Wisente in Europa und Asien. Heute sind sie in freier Wildbahn fast ausgerottet, man findet sie frei lebend nur noch in Polen, Weißrussland und im Kaukasus-Gebiet.
Kleiner Steckbrief:
- Lebensraum: lichte Laub- und Mischwälder
- Lebensdauer: 25 Jahre
- Nahrung: Gräser, Heu
- Gewicht: bis zu 1 Tonne
- Schulterhöhe: bis zu 200 cm